STADT.RÄUME
jugendstil und Mehr...
Das 19. Jahrhundert wird in der Architektur vom Historismus geprägt - ein von der Imitation älterer Stilrichtungen gekennzeichneter Stil. Ende des 19. Jahrhunderts wird der Historismus vorwiegend von jüngeren Künstlern als nicht mehr zeitgemäß angesehen. Der Jugendstil (Art Nouveau) wollte als geistige, kulturelle und künstlerische Erneuerungsbewegung alle menschlichen Lebensbereiche durchdringen. Zu den Hauptzentren im deutschen Raum entwickelte sich bald auch Hagen - was wiederum eng verknüpft ist mit dem Mäzen Karl Ernst Osthaus. „Bringt Licht und Farbe in die Städte!“ war sein Credo. Dabei ging er selbst mit gutem Beispiel voran. So gründete er 1902 das private Museum Folkwang und ab 1905 schuf er - damals gleichsam vor den Toren der Stadt - im Ortsteil Eppenhausen ein Experimentierfeld modernen Bauens. Architekten und Formgestalter wie Henry van de Velde, Peter Behrens, J.L.M. Lauweriks oder Walter Gropius gehörten seinerzeit zu Osthaus‘ Mitstreitern. Zahlreiche Bauten aus dieser Phase sind in Hagen erhalten - so Teile des ehemaligen Folkwang-Museums (heute Altbau des Osthaus-Museums), das erste Krematorium Preußens oder auch das für die westdeutsche Architekturgeschichte hochwichtige Landhaus „Hohenhof“ (Villa von Osthaus).
Von Hagen gingen damals Impulse aus, die vornehmlich in den 1920-er Jahren ihre Wirkung entfalteten. Dieser „Hagener Impuls“ ist insbesondere mit dem Bauhaus verquickt, also mit jener Hochschule, die 1919 in Weimar von Walter Gropius gegründet wurde. Die unter der Leitung von Gropius entstandenen Ideen blieben nicht ohne Wirkung auf Hagen - insbesondere im Siedlungsbau sind sie bis heute präsent.
Unter dem Titel „STADT.RÄUME“ will Hagen herausragende Bauten aus der Zeit zwischen 1895 und 1930 vorstellen. Dabei werden nicht allein die Hagener-Impuls-Bauten eine Rolle spielen. Ebenso geht es um Beispiele aus der Zeit des Historismus (als im Ortsteil Wehringhausen eine der größten Stadterweiterungen Südwestfalens entstand), des Expressionismus und der Neuen Sachlichkeit der 1920-er Jahre. In Zusammenarbeit mit mehreren Wohnungsgesellschaften wird ein Programm erarbeitet, das deshalb die Überschrift trägt: „Jugendstil und mehr“. Fachkundige Führungen und Hausbesichtigungen sind geplant. Die genauen Termine werden zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlicht.



