STADT.RÄUME

jugendstil und Mehr...

Stadt.Räume
Foto: Michael Kleinrensing
Dienstag, 20. Juli 2010


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Das 19. Jahrhundert wird in der Architektur vom Historismus geprägt - ein von der Imitation älterer Stilrichtungen gekennzeichneter Stil. Ende des 19. Jahrhunderts wird der Historismus vorwiegend von jüngeren Künstlern als nicht mehr zeitgemäß angesehen. Der Ju­gend­stil (Art Nouveau) wollte als geistige, kulturelle und künst­le­ri­sche Erneuerungs­bewegung alle menschlichen Lebensbereiche durchdringen. Zu den Hauptzentren im deutschen Raum entwickelte sich bald auch Hagen - was wiederum eng verknüpft ist mit dem Mä­zen Karl Ernst Osthaus. „Bringt Licht und Farbe in die Städte!“ war sein Credo. Dabei ging er selbst mit gutem Beispiel voran. So grün­de­te er 1902 das private Museum Folkwang und ab 1905 schuf er - damals gleichsam vor den Toren der Stadt - im Ortsteil Eppen­hau­sen ein Experimentierfeld mo­der­nen Bauens. Architekten und Form­gestal­ter wie Henry van de Velde, Peter Behrens, J.L.M. Lau­weriks oder Walter Gropius gehörten seinerzeit zu Osthaus‘ Mitstreitern. Zahlreiche Bauten aus dieser Phase sind in Hagen erhalten - so Teile des ehemaligen Folkwang-Museums (heute Altbau des Ost­haus-Muse­ums), das erste Krema­torium Preußens oder auch das für die westdeutsche Architektur­geschichte hochwichtige Landhaus „Hohenhof“ (Villa von Osthaus).

Von Hagen gingen damals Impulse aus, die vornehmlich in den 1920-er Jahren ihre Wirkung entfalteten. Dieser „Hagener Impuls“ ist insbesondere mit dem Bauhaus verquickt, also mit jener Hoch­schu­le, die 1919 in Weimar von Walter Gropius gegründet wurde. Die unter der Leitung von Gropius entstandenen Ideen blieben nicht ohne Wir­kung auf Hagen - insbesondere im Siedlungsbau sind sie bis heute präsent.

Unter dem Titel „STADT.RÄUME“ will Hagen herausragende Bauten aus der Zeit zwischen 1895 und 1930 vorstellen. Dabei werden nicht allein die Hagener-Impuls-Bauten eine Rolle spielen. Ebenso geht es um Beispiele aus der Zeit des Historismus (als im Ortsteil Weh­ring­­hau­sen eine der größten Stadterweiterungen Südwestfalens entstand), des Expressionismus und der Neuen Sachlichkeit der 1920-er Jahre. In Zusammenarbeit mit mehreren Wohn­ungs­gesell­schaf­ten wird ein Programm erarbeitet, das deshalb die Überschrift  trägt: „Jugendstil und mehr“. Fachkundige Führungen und Haus­be­sich­ti­gun­gen sind geplant. Die genauen Termine werden zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlicht.