AUSSTELLUNGEN IM EMIL SCHUMACHER MUSEUM 2010
NEUE FREIHEIT - Abstraktion nach 1945
Di., 9. Februar - So., 9. Mai 2010
Als ersten Beitrag zur europäischen Kulturhaupt-
stadt RUHR.2010 zeigt das Emil Schumacher Museum mit der Ausstellung „Neue Freiheit - Abstraktion nach 1945“ einen Querschnitt durch die Malerei des Abstrakten Expressionismus in Europa.
Nach Ende des 2. Weltkrieges entwickelte sich die Abstraktion zur ‚Weltsprache der Malerei‘, die auf der dritten Documenta 1964 in Kassel das dominierende Idiom war. Für diese Ausstellung malte Emil Schumacher drei großformatige Gemälde mit dem Titel Documenta I, II und III. Nach Beendigung der Ausstellung überarbeitete Schumacher das erste Bild, wobei er es verseh-
entlich zerstörte. 27 Jahre später schuf er auf dem Keilrahmen des vernichteten Bildes ein neues Werk, Palmarum, das die Dynamik und Bewegtheit des Vorgängerbildes in die Bildspra-
che seines Spätwerkes überführte. Die Ausstel-
lung kombiniert die beiden erhaltenen Docu-
menta-Bilder Schumachers mit Werken einiger der herausragenden Künstler des Kasseler Großereignisses.
Neue Freiheit dokumentiert die Spannweite des Abstrakten Expressionismus in Europa und ver-
sammelt zum ersten Male einige der bedeuten-
dsten Vertreter der internationalen Nachkriegs-
avantgarde in Hagen. Gezeigt werden Werke der Künstler Asger Jorn, Karel Appel, Pierre Alechin-
sky, Antonio Saura, Antoni Tàpies, Arnulf Rainer, Gerhard Richter, Cy Twombly und Emil Schumacher.
RUI INACIO - Wahre Bilder. True Images
Fr., 27. August - So., 17. Oktober 2010
Rui Inacio beschäftigt sich mit der Umformung von Erinnerung in Bilder. Er manipuliert seine Arbeiten dabei so, dass sie den Charakter von archetypischen Landschaften annehmen. Es sind Landschaften, die es so nicht gibt, die aber durch die Verwendung typischer Elemente wie Horizontlinien, Baumsilhouetten oder Wolkengebilden unserem Augengefühl von Landschaft entsprechen. Dafür ist ihm nahezu jedes Medium recht: Rui Inacio ist ein begnadeter Zeichner, zugleich arbeitet er mit Film, Fotografie, Malerei und Skulptur.
Rui Inacios Verfremdung der Realität generiert gänzlich neue, abstrakte Bilder. Dieses Wechseln zwischen abstrakt und gegenständlich stellt seine Arbeiten in Beziehung zum Werk Emil Schumachers, das das stete Wechseln zwischen Figuration und Abstraktion zum Prinzip erhoben hat.
EMIL SCHUMACHER - Die Geburtstags- ausstellung 2010
Fr., 27. August - So., 17. Oktober 2010
Am Vorabend des 98. Geburtstages seines Na-
mensgebers eröffnet das Schumacher Museum seine zweite Ausstellungshommage an die Male-
rei Emil Schumachers. Emil Schumacher ist der bedeutendste deutsche Vertreter des Abstrakten Expressionismus. Seine Arbeiten entstanden in einem Dialog mit dem Bild, an dem er arbeitete. Der noch unbemalten Leinwand wurde „etwas entgegengesetzt“, eine Linie, ein Fleck, bisweilen eine Zerstörung des Malgrundes. Auf jedes neue Element musste eine Antwort gefunden werden, bis ein Zustand eintrat, an dem der Künstler entschied aufzuhören. Diese evolutionäre Arbeitsweise hat starke Parallelen zum Action Painting: In beiden Fällen entstehen die Bilder aus der Bewegung des Malers heraus und aus der malerischen Entwicklung von Elementen, die sich gegenseitig während des Malprozesses beeinflussen.
Emil Schumachers Werk ist in diesem Sinne sowohl „befreite“ Malerei als auch „befreiende“ Malerei, die ihren Betrachtern alle Freiheit der Interpretation lässt.
ALBERT OEHLEN
Fr., 28. Mai - So., 22. August 2010
Albert Oehlen (geboren 1954 in Krefeld) gehört zu den führenden deutschen Gegenwartsmalern. Seine Arbeit hat konzeptuelle Parallelen zu Emil Schumachers Herangehensweise an die Lein-
wand als einer Arena, in der der Künstler in einen Dialog mit seinem Bild tritt. Das Thema der ‚post-
ungegenständlichen‘ Malerei Albert Oehlens ist das Malen selbst, die Erfindung von Form. Seine Gemälde sind Projektionsflächen für Gesten, die ebenso bildliche Kommentare sind, wie gemalte Emotion. Seit 2007 bearbeitet Albert Oehlen Fragmente großflächiger Plakate mit Farbgesten, deren Sprache sich zwischen ironischem Kom-
mentar der fragwürdigen Ästhetik der darunter-
liegenden Werbung und dem freien Aufgreifen der dort gefundenen Formen bewegt. Die oft sparsam aufgetragenen Gesten verändern die grellen Plakate zu abstrakten Bildfloskeln von aufregender Intensität.
Das Emil Schumacher Museum präsentiert Werke Albert Oehlens aus den Jahren 2008 bis 2010, darunter Arbeiten, die für die Hagener Ausstellung gemalt wurden. Damit greift das Museum die Tradition Karl Ernst Osthaus’ als Vermittler wichtiger zeitgenössischer Kunst auf.
Mit Albert Oehlen ehrt es während des Kultur-
hauptstadtjahres einen der wichtigsten zeitge-
nössichen Künstler des Landes Nordrhein-Westfalen.
NOLDE/ SCHUMACHER - Verwandte Seelen
Sa., 23. Oktober 2010 - Sa., 23. Januar 2011
Emil Nolde (1867-1956) und Emil Schumacher (1912-1999) verbindet eine unbedingte Suche nach malerischem Ausdruck ihrer inneren Bild-
welt. Beide Künstler greifen in ihrem Werk das Erbe der Romantik auf, getreu deren zentraler Forderung, der Maler solle nicht nur malen, was er sieht, sondern vielmehr was er in sich sieht. Die Malerei Noldes ist gekennzeichnet durch kräftige, kontrastierende Farben und einen hohen Abstraktionsgrad. Das Werk Schumachers wie-
derum charakterisiert ein lebenslanges Wechseln zwischen Abstraktion und Figuration, dessen formale Klammer die sinnliche Materialität und Farbigkeit der Bilder ist.
Die in Zusammenarbeit mit der Nolde Stiftung Seebüll erarbeitete Ausstellung spannt einen Bogen von Noldes expressionistischen Land-
schaften und Meeren bis hin zu den gestisch gewachsenen Seelenlandschaften Emil Schu-
machers und beleuchtet damit zum ersten Male die visuelle Verbindung zwischen Expressionis-
mus und Abstraktem Expressionismus im Werk zweier ihrer größten Meister.

